Im Juni findet erneut der VDST/CMAS Spezialkurs Unterwasserarchäologie I am Schweriner See statt. Dieser Kurs bildet das zweite Modul des VDST-Programms und baut auf den Inhalten des Denkmalgerechtes Tauchen auf. Der Unterricht findet an einer komfortablen Seminarstätte in Mueß statt. Für die praktischen Übungen geht es in den Schweriner See an Kosie’s DIVE Basis und mit dem Boot zu echten Wracks.
Der Abschluss des Programms qualifiziert zur Teilnahme am dauerhaften Wissenschafts-Survey auf Fehmarn.
Vom 18.-19. April findet zum fünften Mal der VDST Spezialkurs Denkmalgerechtes Tauchen in Stormarn im südlichen Schleswig-Holstein statt. Der Kurs rekonstruiert die „Wrackdokumentation Großensee“ an den original Schauplätzen. Veranstaltungsort ist wieder einmal das Stormarnsche Dorfmuseum. Der Theorieunterricht findet im Kutschensaal statt, in dem einst auch die Wrackausstellung eröffnet wurde. Zum ersten Mal assistiert ein früherer Kursabsolvent, der als Tauchlehrer mit Lehreinheiten (LE) honoriert wird.
Nach drei spannenden Lektionen geht es ins Museumsgelände. Hier werden Methoden zur Erstaufnahme und die Kreuzpeilung im Trockenen trainiert.
Anschließend stellt Elmar Klemm den Langzeit-Survey auf Fehmarn vor. Die umfangreiche Wrackdokumentation richtet sich exklusiv an Kursteilnehmer und findet dieses Jahr vom 09.-13. September statt.
Standortwechsel zum Großensee. Eigentlich ist das Gewässer zum Tauchen nicht freigegeben. Doch die Gemeinde gibt uns eine Sondererlaubnis. Nach einem eingehenden Briefing gehen die Teams ins Wasser. Die Bojen markieren einen Parcours mit kleineren Bootswracks, die während der Forschungskampagne zufällig gefunden wurden.
Am Abend kommt die Gruppe im Dorfkrug zum gemütlichen Essen und Ausklang samt Citizen-Science-Talk mit Ingo Oppelt zusammen. Der Sonntag beginnt wieder im Dorfmuseum. Die Taucher präsentieren ihre Untersuchungsergebnisse, erstellen eine Fundmeldung und erhalten ihr Brevet. Nach einer kleinen Filmpause präsentiert der Vertrauensmann des Landesamtes Samir praktisches aus der aktiven Bodendenkmalpflege.
Finale am Großensee: Zum Abschluss geht es in einem geführten Beobachtungstauchgang zu den einst untersuchten, historischen Fischerkähnen. Der See lüftet mit knapp 1,5 Metern Sicht kurz sein Geheimnis.
Pressebesuch: Das Stormarner Tageblatt schickt sogar eine Reporterin, die über den Kurs berichtet …
Thorsten (Assistent): „Ich mache den Kurs jetzt zum zweiten Mal und er ist wieder super organisiert. Wir haben hier im Museum tolle Bedingungen. Ich selbst finde die Assistenten-Position sehr gut, weil man das Wissen, das man vor einigen Jahren erworben hat, wieder vertieft.“
Birgit: „Ich bin als TL** im Geräte- und Apnoetauchen tätig. Ich bin von dem Kurs sehr begeistert, weil er sehr strukturiert ist und einem beim Tauchen an kleinen Wracks für die Details sensibilisiert.“
Liah hat sich mit 15 Jahren super behauptet: „Ich finde es total spannend, dass man hier lernen kann, wie man Wracks betaucht und analysiert.“
Sophie und Hendrik (beide TL**) sind extra aus Leipzig und Nürnberg angereist: „Es ist ein interessanter und vielseitiger Kurs, bei dem man seine erworbenen Skills aus verschiedenen Bereichen sinnvoll anwenden kann. Der weite Anfahrtsweg hat sich auf jeden Fall gelohnt. Und es ist der erste mir bekannte Kurs, bei dem die Teilnehmer ein kleines Präsent zur Erinnerung erhalten.“
Ab 2025 wird auf Fehmarn ein Dauer-Survey eingerichtet, der in den nächsten Jahren jeweils im Spätsommer stattfinden wird. Wir dokumentieren und kartieren die historischen Wracks auf dem Puttgarden-Riff. Inzwischen können hier rund ein Dutzend Fundplätze nachgewiesen werden.
Vorarbeit Im August 2025 startet das Organisations-Team zu einer ersten Inspektion. Dabei soll der aktuelle Versandungszustand der Wracks ermittelt werden, um eine Objekt-Auswahl zu treffen. An diesem Tag werden fünf Wracks betaucht.
Survey Im September treffe ich mich mit sieben Teilnehmern und zwei Boot-Skippern auf Fehmarn. Nach einigen Einstiegspräsentationen und Trockenübungen geht es an die Planung.
Der steife Nordost-Wind verwehrt uns leider den Einsatz auf dem Puttgardenriff. Stattdessen beginnen wir die Arbeiten am „Ausweichwrack“. Der Kriegstransporter Erna Gaulke ist 1945 vor der Westküste gesunken.
An den folgenden Tagen behelfen wir uns mit Ausweichplätzen. Zum Glück hat Fehmarn einiges zu bieten und einige Taucher kommen mit tollen prähistorischen Versteinerungen aus dem Wasser. Die Stimmung ist top. Hier formiert sich in fünf Tagen eine Dynamik, die die Arbeit der nächsten Jahre prägen könnte.
Nacharbeit Im Oktober laufen Teile des Teams nochmal kurzfristig aus, um erste Vermessungen am Steinsegler vorzunehmen. Teile des Wracks werden grob vermessen, teils gezeichnet oder fotografisch festgehalten.
Die Ergebnisse werden zur weiteren Recherche in die Gruppen-Cloud gestellt – und schon erwacht der Tatendrang von neuem. Die Ernas wollen ihre Arbeit 2026 fortsetzen. Wer an diesem Forschungsprojekt teilnehmen möchte – und wissen will, was es mit den Ernas aus sich hat – ist herzlich willkommen.
Seit 2025 ist das Ausbildungsangebot im Norden um ein Angebot reicher. Ab sofort ergänze ich den Spezialkurs Denkmalgerechtes Tauchen in Stormarn einmal jährlich um den Kurs Unterwasserarchäologie 1 am Schweriner See.
Der eigens entwickelte Spezialkurs umfasst vier Tage. In fünf Theoriemodulen werden die Teilnehmer mit den Grundlagen, historischen Hintergründen, rechtlichen Grundlagen und vor allem mit den Dokumentationsmethoden vertraut gemacht. Zwei Gastreferenten ergänzen das Programm. Bernhard Frommelt gibt uns eine sehr fundierte Einführung in die Photogrammetrie und bereichert die Dokumentationstauchgänge immer wieder mit aktuellen 3D-Berechnungen. Der passionierte Unterwasserfilmer Jens-Uwe Lamm referiert zu optischen Grundlagen sowie Einstellungen an Action-Cams und High-End-Kameras und erläutert, wie aus dem Filmmaterial ein guter Film wird.
Dann geht’s an die Praxis. Auf dem Außengelände des Schulungszentrums nehmen die Teilnehmer Maßbänder und Tabellen zur Hand. Orthogonal- und Trilaterationsvermessung stehen auf dem Programm. Es ist sinnvoll, die Methoden vorher an Land zu trainieren.
Ein besonderes Schmankerl ist die Exkursion ins Landes-Denkmaldepot in Schwerin. Hier begrüßt der archäologische Leiter Dr. Jens Auer den Kurs mit einem Vortrag über die Denkmalarbeit. Wir sehen historische Kanonen in der Entsalzung, Schiffsplanken in PET und lernen den Umgang mit einem 3D-Scanner. Ein exklusiver Einblick, der öffentlichen Augen normalerweise verwehrt bliebt.
Am nächsten Tag geht es ins Wasser. Jedes Team hat ein Übungswrack im Basis-Parcours zugeteilt bekommen. Die Arbeitsbedingungen hier sind für ein Kursprogramm wie geschaffen. Es wird gemessen, gezeichnet, gefilmt, photogrammetriert – und ganz nebenbei noch in einem anderen Seeabschnitt noch ein Suchgebiet per Side-Scan-Sonar erfasst. Den erfolgreichen Abschluss des ersten Praxis-Tags beschließen wir mit einer Grillparty auf Kosie’s Tauchbasis.
Am Tag drei sprechen Gerd Knepel und ich über historische Hintergrundforschung. Gerd hat viele Jahre die Dokumentationen der Kaffenkähne im Brandenburger Werbellinsee geleitet – und spannendes Material mitgebracht. Ich ergänze um meine Untersuchungen am Schweriner Kaffenkahn von 2017. Dazu werden aktuelle 3D-Modelle herumgereicht. Dann geht es ans Objekt. In der Marina liegen die Einsatzboote von Kosie’s Tauchbasis und Ingo Oppelt startklar zum Auslaufen. Das Ziel ist das Wrack des Lastenseglers. Jedem Team wurde vorher je ein Drittel des fast 30m langen Schiffs zugewiesen. Ebenso wurden vorher Aufgaben verteilt. Die meisten nutzen diesen ersten Tauchgang, um sich überhaupt erstmal einen Überblick zu verschaffen. Absolut sinnvoll, um folgende Arbeiten sinnvoll planen zu können
Der vierte und letzte Kurstag beginnt erneut im Schulungsraum. Einmal müssen die Teilnehmer noch ran. Die Messergebnisse vom Vortag werden nun umgezeichnet. Das heißt, es wird eine maßstabsgetreue Zeichnung auf Millimeterpapier angefertigt – mit beeindruckenden Ergebnissen.
Wer möchte, ist anschließend noch zu einem Besuch des gegenüber liegenden Freilichtmuseums für Volkskunde eingeladen. Bei strahlendem Sonnenschein schlendert das Grüppchen gemütlich durch das historische Dorf. Dann entdecken sie an einer Scheune einen alten Fischerkahn … ein Wrack … ein archäologisches Artefakt. Alle stürzen sich auf das Objekt. Spanten werden gezählt, Bolzen und Nägel erörtert, Bauweisen diskutiert. Kursziel erreicht!
Der nächste SK Unterwasserarchäologie 1 soll im Juni 2026 wieder am Schweriner See stattfinden.
Zum vierten Mal wurden im April 17 „Denkmalgerechte Taucher“ am Großensee brevetiert. Dieses Jahr gab es eine kleine Programmänderung. Da ab Sommer 2025 auch der Kurs Unterwasserarchäologie 1 angeboten werden kann, konzentrieren wir uns auf Suchmethoden, Erstdokumentation und Positionsbestimmung. Als Hilfestellung wurden die Übungs-Wracks wie immer am Vorabend mit Bojen markiert – ein stets willkommener Tauchgang für Erstankömmlinge.
Der Unterricht findet wie immer im Kutschenraum des Stormarnschen Dorfmuseums statt, das für diesen Anlass extra angemietet wird. Erstmals dabei – die Dryruns. Auf dem Außengelände üben alle Teilnehmer anhand historischer Feld-Geräte die Längen- und Breitenvermessung sowie die Kreuzpeilung.
Dann geht es ins Wasser. Getaucht wird an realen Wracks, die zum Teil bereits Gegenstand archäologischer Untersuchungen waren. Hier werden verschiedene Suchmuster durchgeführt und Erstaufnahmen erstellt. Der Großensee gewährt großzügige Sichtweiten – aber es zeigt sich, wie wichtig hier Trimm und Flossenschläge sind.
Anschließend treffen sich alle Teilnehmer zu einer Präsentation. Wrackbuch-Autor Ingo Oppelt stellt die weiteren Survey-Pläne auf Fehmarn vor. Anschließend kehren alle zu Abendessen und Klönschnack an der Dorfkrug-Tafel ein.
Am nächsten Tag treffen sich alle wieder im Museum. Es folgen zwei Theorie-Einheiten und schließlich die Brevetierung nach VDST und CMAS. Anschließend fahren wir gemeinsam zum Abschluss-Tauchgang an den historischen Fischerkähnen im Großensee …
Ich bin immer wieder verblüfft, wie weit der Einzugsbereich des Kurses reicht. Hessen und NRW hatten wir jetzt schon ein paarmal. Aber inzwischen reicht der Ruf sogar bis in den Raum Stuttgart und Nürnberg. Dann bin ich ja mal gespannt, wie der Dauer-Survey auf Fehmarn angenommen wird.
Das „Denkmalgerechte Tauchen“ am Großensee geht in die dritte Runde. Kaum war der VDST-Spezialkurs ausgeschrieben, da war er auch schon voll. Der Radius wird immer größer. Die 16 Teilnehmer kommen nicht nur aus dem Umland, sondern auch aus Berlin, Hessen und sogar aus Rheinland-Pfalz.
Sie alle sind mit Begeisterung dabei, als im schmucken Dorfmuseum die Wrackaussetllung noch einmal zum Leben erwacht. In dem historischen Ambiente vergehen die fünf Theorie-Lektionen wie im Flug.
Zu den Highlights gehören die Tauchübungen. Denn hier wird an realen Wracks getaucht, die zum Teil bereits Gegenstand archäologischer Untersuchungen waren. Hier wird gemessen, gezeichnet und dokumentiert. Übrigens mit einer Sondergenehmigung, denn eigentlich herrscht hier Tauchverbot.
Fotos: Walter Domscheit, Melanie Yoshikawa
An diesem Wochenende ist alles ein bisschen anders. Und so lässt es sich auch der Wrackbuch-Autor Ingo Oppelt nicht nehmen, die Gruppe abends mit spannenden Fundberichten aus der Ostsee zu fesseln.
Eine große Überraschung kommt am Sonntag. Das Hamburger Abendblatt hat von dem Kurs Wind bekommen – und bringt eine ganzseitige Story über das Denkmalgerechte Tauchen am Großensee. Mehr Promotion kann man sich nicht wünschen. Oder? Am nächsten Tag klingelt das Telefon: „Guten Tag und Moin – hier ist Radio Schleswig-Holstein …“
Wenige Wochen folgt die nächste Überraschung: Die Teilnehmer Torsten und Peter haben einen Film über den Kurs gemacht. Großartiger Beitrag: youtu.be/Ef7FGaBl8V0?si=q3MXSc2jB7Azuw2H