Dritte Dimension

Dritte Dimension

Ich bin immer wieder verblüfft, wie das Großensee-Projekt erstklassige Dokumentations-Akteure anzieht. Im März 2022 besucht uns der ambitionierte 3D-Dokumentator Holger Buss. Mit seinem eigens entworfenen Kamera-Rig misst er sämtliche Befunde an einem Tag ein. Schon einige Stunden später laufen die ersten 3D-Modelle über den Plotter …

Zauberstab
Normalerweise geht Holger Buss mit den Gezeitentauchern auf Nordsee-Exkursion. Wir haben den Experten für 3D-Wrack-Modelle für unser Museums-Konzept kontaktiert. Prompt bietet Holger an, sämtliche Objekte noch einmal im „Structure from Motion“-Verfahren nach seiner entwickelten Methode aufzunehmen. Mit einem eigens konstruierten Alu-Gestänge, bestückt mit vier GoPros und Beleuchtung, tauchen wir ab. Die Einsätze an den Wracks 1 und 2 dauern je etwa 10 Minuten – dann ist alles im Kasten. Genug Zeit also, auch die übrigen Objekte aufzunehmen. Tatsächlich klappern wir an einem Tag alle Wracks ab – inklusive der Badewanne.

Plotter
Holger schmeißt sofort seinen Prusa i3 MK3s Plotter an und sendet schon 3D-Bilder, bevor mein Anzug überhaupt trocken ist. Sämtliche Modelle – sogar die Badewanne – erscheinen dreidimensional auf meinem Bildschirm. Holger druckt sämtliche Objekte und schafft mit Pinsel und Acrylfarbe fantastische Real-Dioramen. Der Clou: Er dokumentiert unseren Einsatz mit gescannten Taucherfiguren. Bei der Colourierung stimmt sogar die Farbe der Beintaschen. Ich liebe Nerds 😉

Museumsreif
Wenige Wochen später treffen wir uns in Wilhelmshaven. Diesmal zeigt mir Holger seine Tauchspots – und übergibt mir die Modelle der Großensee-Wracks. Ich bin mehr als beeindruckt. Da wird das Dorfmuseum Stormarn aber Augen machen.

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