Die Schlosser kommen

Die Schlosser kommen

Herbstbuchttauchen 2019
Die Fördeschlosser sind eine Gemeinschaft freier Wracktaucher. Diese sehr erfahrenen Taucher haben schon einige bemerkenswerte Aktionen auf die Beine gestellt. Aufgrund organisatorischer Schwierigkeiten musste das traditionelle Herbstbuchttauchen 2019 ausfallen. Also habe ich die Gang kurzerhand zur Wrack-Doku an den Großensee eingeladen. Wie schrieb ein Mitglied im Forum so schön: „Es war Herbst, der Einstieg war buchtartig, wir sind getaucht und es gab sogar ein Wrack“. Also alles richtig gemacht.

Dokumentation im Team
Alle wollen das Wrack sehen. Bekommen sie auch. Für eine systematische Dokumentation ist dieser Event allerdings nicht geeignet. Deshalb konzentrieren wir uns auf die Nebenuntersuchungen und teilen uns auf. Jedes Team bekommt eine Aufgabe: Robert und Thorben suchen das Areal mit dem Scooter nach Wrack 2 ab. Blacky, Zille und Andrea nehmen die Tiefenlinie und inspizieren das nähere Umfeld. Und Ingo und ich untersuchen die Hölzer auf dem Weg. Entgegen meiner ersten Vermutung scheint es sich jedoch eher um Reste eines alten Stegs zu handeln. Also nehmen wir das Wrack weiter unter die Lupe. Es scheint, als seien die Spanten aus zwei Teilen zusammengesetzt und in der Mitte mit flüssigem Eisen verbacken. Wir zählen insgesamt sieben. Am Heck entdecke ich ein spitz zulaufendes Holzstück, dass wie eine Abdeckung aussieht. Es hat eine mittige Bohrung. Vielleicht war hier einmal das Ruder angesetzt? Dieses Wrack wirft viele Fragen auf. Wir werden versuchen, sie zu beantworten.

Das Wrack in 3D
Beim nächsten Tauchgang ist Ruhe geboten. Robert macht rund 500 Aufnahmen aus allen Perspektiven. Zuhause errechnet er ein 3D-Modell. Fotogrammetrie ist inzwischen ein Standard in der archäologischen Dokumentation. Dass wir diese Technologie auch hier einsetzen können spricht für die große Kompetenz des Teams. Das 3D-Modell kann entweder als Video betrachtet oder eigenständig gesteuert werden.

Fotorealistische Zeichnung
Oleksiy zeichnet Wracks. Und zwar so gut, dass sich mittlerweile die Tauchmagazine um ihn reißen. Toll, solche Koryphäen im Team zu haben. Beim gemeinsamen Tauchgang prägt er sich die Details ein und verwandelt sie einmal mehr in eine wundervolle Bleistift-Zeichnung. Er möchte das Objekt so festhalten, wie es der Taucher unter Wasser wahrnimmt. Das ist ihm wieder einmal gelungen.

Dies war vermutlich das erste Fördeschlosser Herbstbuchttauchen bei dem kein einziges Boot im Einsatz war. Trotzdem hatten alle einen tollen Tag, den wir bei einem gemeinsamen Essen im Dorfkrug haben ausklingen lassen.

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